Veränderte Zellen im Pap-Abstrich bedeuten nicht automatisch, dass Gebärmutterhalskrebs vorliegt. Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um zu einer Diagnose zu kommen.
Der Pap-Abstrich liefert sehr gute Hinweise darauf, welche Frauen sich einer weiteren Kontroll-Untersuchung auf Gebärmutterhalskrebs unterziehen sollten. Eine gesicherte Diagnose liefert der Test jedoch erst in Kombination mit der eingehenden Untersuchung des Gebärmutterhalses unter einem Vergrößerungsglas, dem Tastbefund und gegebenenfalls der Analyse einer Gewebeprobe.
Die beim Pap-Abstrich gewonnenen Zellen werden in der Regel in ein Labor eingeschickt und dort von Spezialisten auf Veränderungen untersucht. Solche Veränderungen können nicht nur durch Krebs entstehen, sondern z.B. auch durch Entzündungen. Ebenso können auch
zu einem auffälligen Erscheinungsbild der Zellen führen. Da die Übergänge zwischen den verschiedenen Veränderungen fließend sind, ist der Spezialist auf Informationen zur Krankengeschichte und die Ergebnisse anderer Untersuchungen bei der Patientin angewiesen, um zu einer eindeutigen Diagnose zu gelangen.
Krebsvorläuferzellen sind Zellen aus dem Gebärmutterhals, deren Aussehen und Verhalten von normalen Zellen abweichen, die aber noch keine Krebszellen darstellen. Bei diesen Zellen besteht eine erhöhte Gefahr, dass sie sich in echte Krebszellen umwandeln. Treten sie beim PAP-Test auf, wird von einem Ergebnis "Pap III" oder "Pap IV" gesprochen.
Der Arzt erkennt Krebsvorläuferzellen an typischen Veränderungen. Diese betreffen sowohl die "Zellflüssigkeit", das so genannte Zellplasma, als auch den Zellkern, der die Erbinformation und damit den Bauplan der Zelle enthält. Gerade wenn es zu Störungen des Zellbauplans kommt, ist das Risiko besonders groß, dass eine Zelle nicht mehr normal funktioniert und sich unkontrolliert vermehren kann.
Liegt ein auffälliger Pap-Befund vor, wird der Arzt feststellen, wo am Gebärmutterhals die Veränderungen aufgetreten sind. Dazu tastet der Arzt den Unterleib ab. Zusätzlich untersucht er den Gebärmutterhals mittels eines Kolposkops. Dabei handelt es sich um ein spezielles Vergrößerungsglas für die Untersuchung der Scheide. Durch Betupfen mit einer speziellen Flüssigkeit kann der Arzt auffällige Bereiche am Gebärmutterhals erkennen.
Falls erforderlich, kann der Arzt bei dieser Untersuchung eine kleine Gewebeprobe (Biopsie) entnehmen oder veränderte Bereiche abtragen und zur Untersuchung ins Labor schicken. Abhängig vom Ergebnis der Gewebeprobe, kann es erforderlich sein, eine so genannte Konisation vorzunehmen. Bei dieser Operation wird der gesamte veränderte Bereich in Gestalt eines Gewebekegels herausgeschnitten und anschließend wieder im Labor untersucht. Da bei der Konisation der auffällige Bereich des Gebärmutterhalses entfernt wird, hilft dieses Verfahren nicht nur bei der Diagnosefindung, sondern dient gleichzeitig der Behandlung. In der Regel bedürfen Frauen nach einer Konisation keiner weiteren Behandlung der Zellveränderungen.